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Gemeinde Neunkirchen a.Sand  |  E-Mail: info@neunkirchen-am-sand.de  |  Online: http://www.neunkirchen-am-sand.de

 

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Letzte Änderung:
21.08.2017
Homepage der Firma PiWi und Partner

Informationsveranstaltung zu Betriebserweiterung der Fa. Tadano Faun GmbH

Info Frau Baumann

Erweiterung der Fa. Tadano Faun

 

Die Firma Tadano-Faun richtete an die Gemeinde eine Anfrage zur Erweiterung ihres Geländes. Vor der Informationsveranstaltung für die Bürgerinnen und Bürger befasste sich der Gemeinderat grundsätzlich mit diesem Ansinnen. Für das Projekt spricht, dass es ein konkretes Anliegen einer ortsansässigen Firma ist, die anderweitig keine Erweiterungsmöglichkeiten hat.

Es werden Arbeitsplätze auch für die Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde gesichert und neue hinzugewonnen. Auf die Belange der Bevölkerung hinsichtlich Lärmschutz und Erhalt der Wohnqualität wird im noch zu erstellenden Bebauungsplan geachtet. Das „Schulholz" ist kein Naturschutzgebiet und die Belange des Naturschutzes werden im weiteren Verfahren berücksichtigt.

Die große Mehrheit des Gemeinderates konnte sich dieser Sichtweise anschließen. Ein Mitglied des Gemeinderates hatte wegen der Diskussion vor 20 Jahren für den Erhalt des Waldes nicht für die Erweiterung gestimmt.

 

Am 23.Mai wurden die Überlegungen zu einer Erweiterung der Tadano-Faun in der Schulaula vorgestellt. Etwa 120 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, darunter auch einige, die bei Tadano-Faun beschäftigt sind.

Herr Knecht von Tadano-Faun stellte das bisherige Werk vor und zeigte anhand des Luftbildes auf, welche Teilbereiche auf dem bestehenden Gelände nicht mehr erweitert werden können. Dazu zählen unter anderem die Lackiererei, der Stahlbau und eine Halle zur Reparatur von Kränen. Gerade weil die Firma in die Produktion von Großkränen einsteigen will, ist eine Erweiterung dringend notwendig. Dadurch würden auch etwa 300 bis 350 neue Arbeitsplätze in den verschiedensten Bereichen des Unternehmens entstehen. Am Ende seines Beitrags lud Herr Knecht zu einer Besichtigung der Tadano-Faun ein.

 

Info Herr Knecht

 

 

Da das Grundstück, auf dem die Erweiterung umgesetzt werden soll, der katholischen Kirche gehört, stellte Pfarrer Renner die Position der Kirchenverwaltung vor. Diese hatte eine Güterabwägung getroffen. Dem Schutz der Natur stehe der Schutz der Arbeitsplätze gegenüber. Die Kirchenverwaltung hat sich entschieden, für den Erhalt der Arbeitsplätze einzustehen.

 

Herr Bauernschmitt vom Planungsbüro Team4 erläuterte die einzelnen Verfahrensschritte bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes. Er erläuterte, warum es für die Firma Tadano-Faun in unmitttelbarer Nähe keine andere Erweiterungsmöglichkeit gibt. Die rechtlichen Vorgaben für die Erstellung des Bebauungsplanes hinsichtlich Lärmschutz, Arten- und Naturschutz und anderem wurden erläutert. Noch vor dem ersten Entwurf soll es eine Planungswerkstatt geben, bei der Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen für eine gute Gestaltung des Gewerbegebietes einbringen können. Diese findet am 7.Juli statt.

 

Nach den Erläuterungen kamen die Bürger zu Wort. Es gab Nachfragen in alle Richtungen, die meist direkt beantwortet wurden.

Hinsichtlich der bestehenden etwa 800 Arbeitsplätze gab die Firma Tadano-Faun an, dass etwa die Hälfte der Beschäftigten aus dem näheren Umland kommen. Etwa 50 Personen aus der Gemeinde Neunkirchen sind dort angestellt.

Die Erweiterung der Firma geschieht nur auf der Gemarkung Neunkirchen. Die Gewerbesteuer wird bereits jetzt zwischen der Gemeinde Neunkirchen und der Stadt Lauf anteilig festgesetzt. Sollte die Erweiterung kommen, vergrößert sich der Anteil der Gemeinde Neunkirchen an der Gewerbesteuer.

Die Ausgleichsfläche und die Wiederaufforstung die für das „Schulholz" geleistet werden, müssen nicht vollständig innerhalb der Gemeinde erbracht werden. Der sogenannte Verdichtungsraum, in dem die Maßnahmen erfolgen müssen geht bis Nürnberg bzw. Hersbruck.

Ein Bürger fragte konkret nach dem Urteil aus dem Jahr 2000, das damals ein Gewerbegebiet verhinderte. Seiner Meinung nach wird die Wertigkeit des Standortes bereits jetzt missachtet. Das Urteil ist allen Beteiligten bekannt. Die Gemeinde hat mit Herrn Bauernschmitt einen erfahrenen Planer gewählt, damit es nicht erneut zu einem Abwägungsfehler kommt. Es wird eine artenschutzrechtliche Prüfung und eine Umweltprüfung geben. Eine Abwägung hat immer zwei Seiten, der Erhalt des bestehenden Betriebes ist ebenfalls zu gewichten.

Der Motorsportclub fragte nach, ob es Möglichkeiten gibt weiterhin dort ein Gelände zu erhalten, wenn auch nicht wie bisher in der Mitte des Gebietes. Diese Frage wird in die Planungswerkstatt mitgenommen.

Bisher gibt es keinen Wall oder eine Lärmschutzmaßnahme vom Gebiet der Tadano-Faun in Richtung Eisenstraße. Es wurde die Befürchtung geäußert, dass durch die Erweiterung hier noch mehr Lärm auf die Anwohner zukommt. Vom Planer und der Firma wurde auf das Lärmschutzgutachten hingewiesen.

Auf die Frage, wer denn die Kosten für den Bebauungsplan trage, antwortete Herr Knecht „Es ist ein Anliegen der Tadano-Faun, daher werden wir auch diese Kosten übernehmen."

Im Nachgang an die Veranstaltung gab es noch Gespräche der Bürger untereinander. Die meisten stehen dem Vorhaben positiv gegenüber. Es gab wenige Gegenstimmen, die den Wald für Spaziergänger und als „Luftfilter zur B14" erhalten wollen. Zahlreiche Anmeldezettel für die Besichtigung der Tadano-Faun wurden mitgenommen, einige Hinweise auch noch einmal auf einem Kärtchen für die Planungswerkstatt notiert.

 

Mit der Informationsveranstaltung und einer Planungswerkstatt mit den Bürgerinnen und Bürgern noch bevor der erste Strich für einen Entwurf gezeichnet ist, geht die Gemeinde Neunkirchen am Sand einen neuen, vielleicht auch für andere Vorhaben modellhaften Weg.

 

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